Der Tabakverdampfer kommt

Titel: Der Tabakverdampfer kommt

Laufzeit: 7:32 Minuten

Sprache: Deutsch

Genre: Dokumentation ZDF Volle Kanne

ZDF Mediathek – Volle Kanne: Der Tabakverdampfer kommt

Veröffentlicht am: 11.01.2017, abrufbar bis 11.01.2018

 

ZDF Volle Kanne Beitrag: Der Tabakverdampfer kommt. Gar nicht mal so schlechter Betrag des ZDF über Tabakverdampfer und das Dampfen. Der Experte traute sich seine „persönliche Einschätzung“, dass Dampfen nicht so gefährlich sei, wie das Rauchen oder die Tabakverdampfer öffentlich zu machen.

Politiker bewegen – Leben retten!

Oder: Jeder nur ein Abgeordneter. Teilnahme an der Aktion „Politiker Bewegen – Leben retten!“ der IG-ED.

Bei der Recherche für diesen Blog stieß ich auf eine Aktion der IG-ED, Interessengemeinschaft E-Dampfen e.V. Politiker bewegen – Leben retten! Die Idee finde ich sehr gut. Immerhin hat man ja was anzubieten, seine Stimme bei der nächsten Wahl.

Zur Durchführung der Aktion benötigt man dringend einen „eigenen“ Bundestagsabgeordneten. Ich begab mich umgehend auf die Suche. Im Schreibtisch, im Haushaltsschrank in der Küche, unter dem Sofa, ja sogar im Keller hinter der Bunkerbase habe ich nachgeschaut – nix, kein Bundestagsabgeordneter. Ich hatte keinen Abgeordneten da! Das konnte ja nicht angehen. Ich hatte doch einen bekommen bei der letzten Bundestagswahl.

Als letzten Ausweg betrat ich Neuland und nutzte eine dieser Suchmaschinen. Und siehe da, ich wurde fündig! Im Internet. Was soll ich sagen, ich habe sogar zwei Abgeordnete.

Der Eine:

Uwe Schimmer – Direktmandat des Kreises Viersen, schwarz lackiert, der Laufleistung entsprechende Gebrauchsspuren. Das Modell präsentierte sich von seiner besten Seite. Ich schrieb ihm auf seiner Kontaktseite folgenden Brief:

„Sehr geehrter Herr Schummer,
sehr geehrte Damen und Herren,

bei der Suche nach „meinem“ Bundestagsabgeordneten traf ich auf Ihren Internetauftritt. Ich bin seit fast drei Jahren Einwohner Ihres Wahlkreises und mittlerweile am Niederrhein zu Hause. Beruflich bin ich im Gesundheitswesen tätig, privat engagiere ich mich als ehrenamtlicher Betreuer mehrerer Klienten. Außerdem bin ich seit 6 Wochen Nichtraucher und Nutzer der so genannten E-Zigarette. Ich bin daher stark an gesundheitspolitischen Fragestellungen interessiert.

Um mit der Tür ins Haus zu fallen, sowohl als professioneller Akteur im Gesundheitswesen als auch als persönlich betroffener Privatmann bin ich mehr als irritiert über die aktuellen Entscheidungen und Entwicklungen im Gesundheitswesen. Nicht nur, dass ich einige Entscheidungen aus fachlicher Sicht für schlichtweg falsch und gefährlich halte. Ich verstehe auch die Beweggründe, warum diese Entscheidungen gefallen sind nicht mehr.

Politik lebt von der Beteiligung der Bürger, daher bitte ich um ein persönliches Gespräch mit Ihnen in Ihrem Wahlkreisbüro. Explizit interessieren mich Ihre Standpunkte zu folgenden Themen:

Generalisierung der Pflegeausbildung – Auswirkungen auf die Altenhilfe.

Umsetzung der Tabakprodukterichtline – Auswirkungen auf die Nutzer.

Gesundheitliche Folgen des Tabakkonsums und der E-Zigarette.

Ich freue mich sehr über eine Kontaktaufnahme und die Vereinbarung eines persönlichen Termins gerne per Mail oder unter ***** / ********.

Mit freundlichen Grüßen“

Der Andere:

Udo Schiefner – Bundestagsabgeordneter des Kreises Viersen, rot lakiert, ebenfalls der Laufleistung entsprechende Gebrauchsspuren. Auch dieses Modell präsentierte sich ausgesprochen professionell. Es wartet mit einer Sonderausstattung auf. Er würde auf Einladung zu einem Kaffee vorbei kommen und den Kuchen mitbringen. Auch ihm schrieb ich über die Kontaktseite einen entsprechenden Brief:

„Sehr geehrter Herr Schiefner,
sehr geehrte Damen und Herren,

bei der Suche nach „meinem“ Bundestagsabgeordneten traf ich auf Ihren Internetauftritt. Ich bin seit fast drei Jahren Einwohner Ihres Wahlkreises und mittlerweile am Niederrhein zu Hause. Beruflich bin ich im Gesundheitswesen tätig, privat engagiere ich mich als ehrenamtlicher Betreuer mehrerer Klienten. Außerdem bin ich seit 6 Wochen Nichtraucher und Nutzer der so genannten E-Zigarette. Ich bin daher stark an gesundheitspolitischen Fragestellungen interessiert.

Um mit der Tür ins Haus zu fallen, sowohl als professioneller Akteur im Gesundheitswesen als auch als persönlich betroffener Privatmann bin ich mehr als irritiert über die aktuellen Entscheidungen und Entwicklungen im Gesundheitswesen. Nicht nur, dass ich einige Entscheidungen aus fachlicher Sicht für schlichtweg falsch und gefährlich halte. Ich verstehe auch die Beweggründe, warum diese Entscheidungen gefallen sind nicht mehr.

Ihre Idee auf einen Kaffee vorbei zu kommen und den Kuchen mitzubringen, finde ich hervorragend, trinke ich doch sehr gerne guten Kaffee. Allerdings vertrage ich Weizenmehl sehr schlecht. Bevor Sie sich nun über überteuerte, schlecht schmeckende Brötchen ärgern oder ich Bauchschmerzen bekomme, dachte ich, komme ich in Ihrem Wahlkreisbüro vorbei. Den Kaffee würde ich sicherheitshalber mitbringen. Schließlich lebt Politik von der Beteiligung der Bürger, daher bitte ich um ein persönliches Gespräch mit Ihnen in Ihrem Wahlkreisbüro. Explizit interessieren mich Ihre Standpunkte zu folgenden Themen:

Generalisierung der Pflegeausbildung – Auswirkungen auf die Altenhilfe.

Umsetzung der Tabakprodukterichtline – Auswirkungen auf die Nutzer.

Gesundheitliche Folgen des Tabakkonsums und der E-Zigarette.

Ich freue mich sehr über eine Kontaktaufnahme und die Vereinbarung eines persönlichen Termins gerne per Mail oder unter ***** / ********.

Mit freundlichen Grüßen“

Nun heißt es warten. Ich bin gespannt, ob ich einen Termin mit den beiden Herren bekomme. Ich werde auf alle Fälle berichten. Immerhin, der ein oder andere hatte sich ja schon mal auf eine Kontaktaufnahme von uns Dampfern gemeldet.

Hier geht es zum Update vom 13.01.2017

Selbst mischen nach dem TPD2

Dank TPD2 ist das Selbstmischen von Liquids tot. Das ist zumindest überall im Internet zu lesen. Ich glaube nicht! Es wird sich verändern, es wird teurer, aber es wird nicht sterben.

Das TPD2 bringt eine Mengenbegrenzung der Abgabe nikotinhaltiger Liquids, es bringt die Begrenzung auf 20 mg/ml Nikotin und es wird die Aromenvielfalt begrenzen. Dies Alles wird den Zugang für Neudampfer erschweren. Es wird das Selbstmischen jedoch nicht umbringen.

Warum?

Ich denke jeder Selbstmischer hat sich bereits einen erklecklichen Vorrat an Nikotinbasen in den Keller gelegt. Irgendwann werden diese jedoch aufgebraucht sein. In meinem Fall, wenn sich mein Nikotinbedarf nicht drastisch reduziert wird das in ca. 10 Jahren der Fall sein. Falls ich nicht im Mai nochmal bestelle 🙂

Nur, irgendwann ist die letzte Base verbraten, das letzte Nikotin verdampft, oder der Vorrat doch schlecht geworden sein und es muss Nachschub her.

Gleichzeitig wird es für die Liquidproduzenten schwerer und teurer neue Liquids auf den Markt zu bringen, weil jede Mixtur aufwändig zugelassen werden muss. Warum nicht aus der Not eine Tugend machen und das Liquid als 20mg Basisliquid ohne Geschmack in 10 ml Flaschen anbieten? Der Kunde kann das auf die gewünschte Stärke verdünnen und sein Lieblingsaroma, welches ausschließlich für den Verzehr geeignet ist und natürlich niemals gedampft werden darf, beimischen. Fertig.

Dieser Effekt wird sich mit der irgendwann zu erwartenden Besteuerung der Liquids noch verstärken. Aus 10ml Liquid mit 20ml/ml Nikotin bekomme ich dann immerhin 22ml mit 9mg/ml Nikotin raus, die Stärke, die ich zufällig gerade dampfe. Da man weder PG noch VG noch H2O so einfach besteuern kann, hat man mit dem Verdünnen die Steuerlast halbiert. Eine eventuelle Besteuerung der Liquids wird das Selbstmischen wieder preislich wieder interessant machen.

Die Nikotinsteuer wird kommen. Als erstes Land hat Finnland zum 01.01.2017 eine Steuer erhoben. Immerhin 30 Ct pro ml Liquid. – 3 EUR pro 10ml Flasche. Und pro Flasche 1,50 EUR sparen, macht Selbstmischen wieder spannend.

Wovon ich allerdings auch überzeugt bin, dampfen war noch nie so günstig wie heute. Während ich heute als Privatverbraucher meine Liquids für um die 50 Ct Materialkosten pro 10 ml Liquid mische, wird es zukünftig selbst ohne Steuerbelastung deutlich teurer sein.

Allein aus dieser Erwägung heraus habe ich mir einen reichlichen Vorrat angelegt.

Dampfen auch bald bei uns teurer?

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© Europäische Union, 1995-2017

Steuern auf E-Liquids

Erste Länder der Europäischen Union führen Steuer auf E-Liquids ein. Dampfen bald genau so teuer wie Rauchen?

Das Gute vorweg. In Deutschland hört man derzeit noch nichts von offiziellen Plänen, Steuern auf E-Liquids einzuführen. Derzeit ist man im Stadium, dass eine solche Steuer gefordert wird.

Das Schlechte gleich hinterher. Es wäre höchst verwunderlich, wenn eine solche Steuer nicht kommen würde. Nach einem Artikel in der deutschen Apothekerzeitung vom 27.03.2016 erwartet die E-Zigaretten Branche eine Einführung noch dieses Jahr (2017).

Die EU plant in diesem Zusammenhang wohl eine Harmonisierung der Besteuerung von Tabakprodukten. Hierzu startete die EU am 18.11.16 eine Konsultation der EU Bürger zur Besteuerung von Tabakprodukten und E-Zigaretten. Daran kann jeder EU Bürger mittels eines Fragebogens teilnehmen. Den Fragebogen finden Sie hier. (Leider nur in englischer Sprache)

Einige EU Staaten sind da wohl schon ein ganzes Stück weiter:

Finnland führte zum 01.01.2017 eine Steuer in Höhe von 0,30 EUR pro ml Liquid ob mit oder ohne Nikotin ein. Das sind 3,00 EUR pro 10 ml.

Rumänien und Slovenien haben bereits im Jahr 2016 Steueran auf E-Liquids erhoben:

Rumänien verlangt 1,10 EUR pro 10ml Liquid ob mit oder ohne Nikotin.

Slovenien erhebt 1,80 EUR pro 10ml Liquid nur auf nikotinhaltige Liquids.

Ungarn, Lettland, Griechenland und Portugal planen bereits seit 2016 eine solche Steuer.

Quelle: vapingpost.com Die in Finnland eingeführte Steuer in Höhe von 3,00 EUR pro 10ml Liquid würde für mich persönlich bedeuten, dass alleine die Verbrauchsmaterialien (Liquids, Coils) in etwa so teuer sind wie meine bisherigen Kosten für Tabak. Der finanzielle Anreiz zum Umstieg auf E-Zigaretten würde damit vollständig entfallen.

Lobbyismus und Zynismus

Wie Lobbyisten mit unserer Gesundheit spielen

Unsere Abgeordneten und Ministerien lassen sich von der Pharma- und Tabaklobby beraten und verkaufen das Ergebnis auch noch als Verbraucher- und Gesundheitsschutz. Ich kotze im Strahl.

Europaparlament Nr 7
von Björn Laczay CC BY 2.0

Wohin ich auch schaue, das Internet ist voll von Berichten über die Gefährlichkeit der E-Zigarette. In 4 Monaten tritt die Letzte Stufe der Umsetzung der EU Tabakrichtlinie in Deutschland in Kraft. Danach dürfen nikotinhaltige Flüssigkeiten nur noch in Gebinden zu 10ml mit max. 20 mg/ml Nikotin verkauft werden. Das Ganze muss in Umverpackungen und mit Beipackzettel und Warnhinweisen versehen sein.

Ich gebe zu. Ein wenig Regulierung schadet dem E-Zigarettenmarkt bestimmt nicht. Allgemeinverbindliche Standards für die Produktion von Liquids sind wünschenswert und Verbraucherschutz.

Allerdings hat es den Anschein, dass nun mit Gewalt ein Markt, der geprägt ist durch viele kleine Unternehmen und nebenbei viel Kreativität, kaputt gemacht werden soll zugunsten der Großunternehmen.

Vor 2 Jahren gab es einen Vorschlag man sollte die E-Zigarette doch den Nikotinersatzpräparaten gleichstellen. Das hätte bedeutet, dass es Liquids nur in Apotheken gegeben hätte, mit entsprechenden Auflagen in der Produktion und Herstellung. Wer steckte dahinter? Die Pharmalobby, allen voran Glaxo Smith Kline.

Seit der Einführung der E-Zigarette brachen die Umsätze für Nikotinsprays, -kaugummis, -pflaster und ähnliche Unsinnigkeiten um ein Drittel ein. Nebenbei ein Millionenmarkt. Da nicht sein kann, was nicht sein darf Kamen die Pharmaunternehmen auf die Idee sich das Geschäft unter den Nagel zu reißen. Tja, schade. Hat nicht geklappt.

Nun, Big Tobacco hat die Entwicklung auch verschlafen. Also holten nun die Lobbyisten in Brüssel und Straßburg längst Versäumtes nach. Man bearbeitete die Abgeordneten so lange, bis die EU-Tabakrichtlinie unter Dach und Fach war. Und schon war man wieder im Boot.

Mit den nun kommenden Auflagen steht zu befürchten, dass sich das Dampfen deutlich verteuert. Es wird aufwändiger, sowohl neue Liquids als auch neue Geräte auf den Markt zu bringen. Gleichzeitig wird die Liquidauswahl viel kleiner, da jede neue Rezeptur gemeldet werden muss. Neugeräte müssen ein halbes Jahr vor Verkauf zugelassen werden. Ein echter Wettbewerbsnachteil in einem so schnelllebigen Markt. Und warum? Weil die Tabaklobby Zeit braucht.

Außerdem möchten die Tabakunternehmen die E-Zigarette gerade nicht als Ersatz, sondern als Zusatzprodukt für die Momente im Leben, in denen Rauchen nicht geht. Deshalb sehen die Produkte so ähnlich wie Zigaretten aus, haben winzige Akkus, die nach 15 Zügen abschalten und kleine Liquidreservoirs. Dies Alles dient dazu, das Dampfen dem Dampfer nicht all zu bequem zu machen.

Glauben Sie nicht? Am Ende des Artikels finden Sie einen Link zu einem kurzen Beitrag von Arte, fachlich nicht ganz richtig, aber sehr sehenswert.

Was mich maßlos aufregt, ist, dass das Ganze von unseren Politikern als Verbraucher- und Gesundheitsschutz deklariert wird und einzig und allein den Interessen der Konzerne dient.

Ich zahle einen nicht unerheblichen Teil meines Gehaltes an Steuern. Davon werden unter Anderem auch die Diäten der Politiker finanziert. Kann ich da nicht erwarten, dass ich eine Leistung für mein Geld bekomme? Kann ich da nicht erwarten, dass sich die Abgeordneten mal bitteschön selbst die Mühe machen und sich unabhängig informieren?

In der Schule wird die Einführung eines Faches „Medienkompetenz“ gefordert. Gut so! Das Gleiche erwarte ich von unseren Volksvertretern. Es sollte doch für den durchschnittlich begabten Abgeordneten möglich sein, dass er sich Gedanken über die Absichten der Lobbyisten macht, die ihn beraten.

Sollte es weiterhin zu viel verlangt sein, dass die Ministerien, wenn sie sich beraten lassen, nur wenigstens einmal auf die Aktivitäten der Wissenschaftler schauen? Ist es wirklich so schwer zu erraten, dass ein Institut wie das DKFZ (Deutsches Krebsforschungszentrum), welches sehr eng mit der Pharmaindustrie zusammenarbeitet eventuell in manchen Fragestellungen nicht ganz unabhängig ist?

VERLANGE ICH WIRKLICH ZU VIEL? Wenn ja, möchte ich bitte meine Steuern zurück!

Link zu dem oben erwähnten Beitrag von Arte.