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E-Zigaretten reinigen

Wie, womit, wie oft und warum?

Uwe von Dampf.TV hat ein klasse Video zu diesem Thema gemacht. Ich mag ja diese Youtube Videos. Einen Nachteil haben sie jedoch. Bei manchen Themen tut man gut daran, einen Zettel und Stift nebendran zu legen. Dann wird es nerfig.

Uwe und ich kamen auf die Idee, doch einfach mal eine Zusammenfassung seines Videos zu schreiben und Ihnen zur Verfügung zu stellen. Die können Sie dann einfach ausdrucken. Da das ein Versuch ist, kommentieren Sie bitte fleissig. Es würde uns interessieren, was Sie davon halten.

Es geht um dieses Video:

Zusammenfassung:

Warum reinigen?

Wir saugen mit schöner Regelmäßigkeit an unseren Dampfen. Da fühlen wir uns einfach wohler, wenn die Dinger sauber sind. Die Hardware hält länger, kokeliger Dreck kann nicht gut schmecken und hygienisch ist es auch. Immerhin saugen Sie sich den Dampf in die Lunge.

Wann?

Von außen immer mal wieder drüberwischen.

Beim Nachfüllen – gründlich abwischen.

Beim Verdampfer (Coil) Wechsel gründlich reinigen.

Womit?

Bewährt hat sich die gute alte Küchenrolle, die fusselt nicht und Sie können sie zusammendrehen und kommen damit in die Ecken.

Zum Abwischen geht auch:

Küchentuch

Mikrofasertuch

Reinigungsmittel:

Bitte keine klassischen Reinigungsmittel verwenden. Auch kein Essig oder Essigreiniger. Die Rückstände davon schmecken gar grauslich.

Gut: Mit Wasser ausspülen.

Besser: Destilliertes Wasser und Isoprpanolalkohol oder wenn nicht verfügbar: Billigster Vodka vom Discounter.

Destilliertes Wasser: Trocknet fast rückstandsfrei, es bleiben keine Kalkränder zurück.

Isopropanol: Ist ein Alkohol und löst damit Fette oder den Schlier vom Glycerin. Er ist leicht flüchtig und verdampft rückstandsfrei.

Wie?

Akkuträger und Verdampfer können problemlos abgewischt werden. Der Akkuträger darf auch feucht abgewischt werden nur nicht nass abwaschen. Das verträgt er nicht.

Den Verdampfer kann man ausspülen.

Manche reinigen ihren Verdampfer von innen mit Pfeifenreiniger oder Wattestäbchen. Die fusseln allerdings. Das ist dann nicht so schön im Liquid. Daher nach der Reinigung gründlich ausspülen.

Der ein oder andere Hersteller von Verdampfern (z.B. flash-e-vapor) rät davon ab, aber was bisher wunderbar funktioniert ist das Bad im Ultraschallreiniger.

Die Hersteller von Ultraschallreinigern warnen davor, das Gerät mit brennbaren Reinigern zu betreiben. Die Schallwellen erhitzen die Flüssigkeit im Gerät und die Flüssigkeit könnte anfangen zu brennen. Den folgenden Tip bitte auf eigenes Risiko ausprobieren:

Den Verdampfer auseinanderbauen und die Einzelteile ins Ultraschallbad geben. Das Ultraschallbad mit einer Mischung aus Isopropylalkohol und Wasser befüllen. Ein bis zwei Durchgänge und die Teile trocknen lassen.

Nach Uwes Aussage können die Dichtungen das gut ab und gehen dabei auch bei häufigem Reinigen nicht kaputt. Ich habe das ausprobiert und auf eine Füllung (700 ml) ca. 100 ml Alkohol genommen. Das hat wunderbar funktioniert.

Hier noch ein Hinweis: Es ist dauerhaft nicht ratsam, seine Finger in ein laufendes Ultraschallgerät zu halten. Die Schallwellen sind sehr energiereich (nicht zu vergleichen mit den Ultraschallgeräten bei Untersuchungen) und können das Gewebe schädigen. Insbesondere die Profigeräte für Werkstatt oder Labor schädigen das Gewebe ernsthaft.

Reinigen von Selbstwicklern:

Selbstwickler bestehen aus einer ganzen Menge Kleinstteile. Auch die können ins Ultraschallbad (natürlich nicht die Watte und der Draht). Da die Teile durch das Sieb im Bad fallen würden, Uwes Tip: Die Kleinteile in ein Kräutersieb packen und das in den Reinigungskorb legen.

Da man beim Selbstwickler die Watte im Coil austauschen kann, kann man den Coil auch problemlos in das Ultraschallbad geben. Den Draht kann man vorsichtig freiglühen und die Rückstände mit einer kleinen Drahtbürste (Messing) oder Kunststoffbürste aus dem Ein Euro Shop frei bürsten. Und danach mit samt dem Coil ins Bad.

Einkaufsliste:

Küchentücher

Oder: Geschirrtuch, oder: Microfasertuch

Isopropylalkohol

Destilliertes Wasser

Drahtbürstchen (Bastel oder Modellbaubedarf)

Evtl Kräutersieb

Ultraschallreiniger

Liquids reifen lassen – aber richtig!

Mythen und Legenden über das Reifen von Liquids

Manch Wunderliches passiert in den Liquidküchen der Welt, mag man dem Internet glauben. Da werden Liquids beschallt, gemikrowellt, bebrütet, offen, geschlossen auf der Heizung und im Kühlschrank gelagert um das sagenumwobene Reifen dieser Wunderflüssigkeiten zu beschleunigen.

Es wird probiert, getestet und behauptet. Welch wunderlichste chemische Reaktion doch in diesen Fläschlein abläuft… …glaubt man all jenen Berichten, der Stein der Weisen, gar die Produktion von Gold ist nicht fern. Wie weiland bei den Alchimisten.

Bitte nicht!

Liquids bestehen aus drei Hauptbestandteilen: Proplenglycol, Glycerin und Wasser. Drei doch eher reaktionsfaule Flüssigkeiten. Nur weil man die zusammenkippt, muss da noch lange nix reagieren. Und das ist gut so. Damit wissen wir sehr genau, was wir da dampfen. Chemische Reaktionen hängen stark von den Umgebungsbedingungen, wie Temperatur und Druck ab. Liefen in Liquids chemische Reaktionen ab, dampfen wäre russisch Roulette.

Viele Selbstmischer haben bemerkt, dass sich der Geschmack eines Liquids sehr stark verändert und es manchmal Wochen braucht, bis sich der gewünschte Geschmack einstellt. – Manche bemerken auch nichts dergleichen.

Was passiert also in dieser Reifezeit?

Kurz gesagt, die Bestandteile mischen sich und verteilen sich gleichmäßig. Wenn dieser Prozeß abgeschlossen ist, schmeckt das Liquid so wie es soll. PG, VG und H2O haben eine unterschiedliche Viskosität (sie sind unterschiedlich flüssig). Mischt man Liquids aus diesen Bestandteilen, so benötigt es schon mal Zeit, bis diese Stoffe gleichmässig verteilt sind. Dazu kommt das Aroma. PG ist ein Aromaträger, d.h. die Aromamoleküle binden sich an die Trägermoleküle. Dieser Prozess benötigt auch Zeit, bis sich die Aromen gleichmäßig verteilt haben.

Ja, man kann diesen Prozess beschleunigen!

Bewegt man die Flüssigkeit, geht das Verteilen schneller. Erwärmt man nun das Liquid, ist das nichts Anderes als die Moleküle in Schwingungen zu versetzen. Je schneller diese schwingen, desto heisser ist die Flüssigkeit. Schwingen die Moleküle zu schnell, reisst die Verbindung zwischen ihnen und sie beginnen zu schweben. Die Flüssigkeit verdampft.

Man kann daher das Verteilen der Flüssigkeit beschleunigen indem man sie erwärmt. Dieses Verfahren hat einen Nachteil. Die Aromen sind sehr empfindlich und zersetzen sich recht schnell. Das wäre dann die einzige chemische Reaktion in unserem Liquid.

Selbst die Energie des Lichtes reicht bei vielen Aromen um diese zu zerstören. Eine Mikrowelle schafft das zuverlässig deutlich schneller. Ich empfehle Ihnen diese Strategie der Reife daher nicht.

Sie können Ihre Liquidbehälter in ein Ultraschallbad stellen. Das versetzt die Flüssigkeit auch in Schwingungen und beschleunigt die Mischung. Auch da kommt es zu einem Wärmeeintrag in die Flüssigkeit, d.h. das Liquid erwärmt sich. Das jedoch deutlich moderater als in der Mikrowelle. Die handelsüblichen Ultraschallbäder sind jedoch sehr schwach in der Leistung, was die Effektivität sehr schmälert. Aber es geht. Das Mischen mehrerer Stoffe mittels Ultraschall ist ein probates Mittel in der Chemie. Dann aber mit deutlich leistungsstärkeren Geräten.

Auch das stundenlange offene stehen lassen der Liquids kann ich nicht wirklich nachvollziehen, setzt man doch die empfindlichen Aromen einer der aggressivsten Substanzen unseres Universums aus, dem Sauerstoff. Das Zeug ist derart reaktionsfreudig, das reagiert mit fast Allem. Auch das wäre eine denkbare chemische Reaktion, die sich Oxidation nennt.

Wie sich nachweislich die Reifezeit verkürzen lässt, ohne die Aromen zu zerstören, wäre durch einen Salbenrührer oder durch ein Magnetrührer. Die sind genau für solche Fälle gemacht. In dem folgenden Video mischt ein Apotheker ein Liquid. Er dampft das sofort, da er es mehrere Minuten mit einem Salbenrührer mischen konnte.

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen möglichst reaktionsarme Liquids.

Willsch Watt oder Akku

Eine kleine Einführung in die Elektrotechnik des Dampfens oder auch, wie finde ich einen für mich passenden Akku.

Es ist soweit, ich dampfe seit 6 Wochen und der HWV (Haben-Will-Virus) hat mich voll erwischt. Ein zweiter Akkuträger musste her. Und der sieht so gut aus und der ist so günstig. – Und er hat KEINEN USB Port zum Laden. Zeit, sich ein wenig mit Akkus zu beschäftigen.

Wenn man sich mit Akkus beschäftigt, kommt man nicht umhin, sich ein wenig mit Elektrotechnik zu beschäftigen. Keine Angst, ich hatte in meinem Technik Abi einen Punkt, also so schwer ist es nicht.

Bei Akkus werden drei Werte angegeben:

mAh bedeutet Milliamperestunden und ist ein Maß für die gespeicherte Energiemenge. Je mehr mAh drin, desto mehr Energie drin. Ein Akku der 3.000 mAh speichert, kann 1 Stunde lang 3.000 mA (Milliampere) oder 3 A (Ampere) abgeben, oder eben 100 Stunden lang 30 mA. 3.000 mAh sind eine ganze Menge. Was übrigens der Grund ist, mit seinen Akkus pfleglich umzugehen. Dazu später mehr.

V bedeutet Volt und ist das Maß für die Spannung. Das bedeutet, es ist ein Maß für den Ladungsunterschied zwischen den beiden Polen. Anders ausgedrückt, je mehr Volt, desto mehr aua. Weidezaungeräte arbeiten mit 2.000 bis 10.000 Volt. Dafür mit einer entsprechend schwachen Stromstärke. Man möchte schließlich die Viecher am wegrennen hindern, keine Steaks braten.

Moderne Akkuträger steuern die Spannung, d.h. sie machen aus den 3,7 V, die der Akku abgibt, die benötigte Spannung von 4, 4,2 4,5 bis zu ca. 6 Volt.

Bei Akkus hingegen ist die Spannung variabel. Ist der Akku geladen, so beträgt die Spannung um die 3,7 V. Entlädt der Akku, sinkt die Spannung ab. Bei Lithium-Ionen-Akkus ist die magische Grenze bei ca. 2,5 V. Sinkt die Spannung weiter ab, so spricht man von Tiefenentladung. Das schädigt den Akku, also rechtzeitig laden!

A bedeutet Ampere. Es ist ein Maß für die Stromstärke. Um im Beispiel mit dem Weidezaun zu bleiben, je mehr A, desto mehr Steak. Die auf den Akkus angegebenen Werte sind Höchstgrenzen, bis zu denen der jeweilige Akku betrieben werden kann. Meist werden 2 Werte angegeben, z.B. 20 A Dauerlast und 30 A gepulst. Das bedeutet, dass der Akku dauerhaft 20 A abgeben kann und Spitzen bis 30 A verträgt. Hier sollte man jedoch Vorsicht walten lassen. Zum Einen verkürzen solche Lasten die Lebensdauer des Akkus ungemein. Zum Anderen wird bei diesen Werten gerne mal geschummelt. 20 A klingt einfach besser als 10 A. Was ein Akku wirklich verträgt, kann man messen. Wenn man das kann. Der Mountainprophet kann das und macht das, einfach mal nachlesen.

Man tut gut daran, die angegebenen Höchstgrenzen deutlich zu unterschreiten. Nun stellt man die Stromstärke nicht direkt an der Dampfe ein. Sie ist abhängig vom Widerstand des Coils in Ohm angegeben und der eingestellten Wattzahl. Je weniger Widerstand und je höher die Wattzahl, desto mehr Ampere werden benötigt. Das kann man ausrechnen. Einen Stromrechner für Dampfer findet man hier. Geben Sie mal versuchsweise 0,2 Ohm und 60 Watt ein. Eine Kombination, die im Subohmbereich nicht so selten ist. Da kommen dann 17,2 A raus. Wenn man bedenkt, dass das Hausstromnetz mit 16 A abgesichert ist, finde ich das gewaltig.

Den Akku dauerhaft zu überlasten ist keine gute Idee. Erstens halten sie nicht lange und zweitens können die auch mal ausgasen. Wie das aussieht kann man sich im Netz anschauen. Dass muss man nicht in der Hand haben. Das ist zugegeben sehr selten und häufig war der Akku auch vorher geschädigt. Muss man trotzdem nicht haben. Davon abgesehen. So ein Akku ist zwar ein Verschleißteil, aber 300-500 Ladezyklen sollte er schon halten.

Nun habe ich noch zwei weitere Einheiten verwendet, mit der die Akkuträger gesteuert werden.

steht für Ohm und ist das Maß für den elektrischen Widerstand. Je mehr Ohm, desto schwerer fällt es dem Strom durch den Draht zu fließen. Damit steigt auch der Wärmeverlust, was bedeutet, der Draht wird heiß. Je mehr Widerstand, desto weniger Leistung wird benötigt um den Draht zum Glühen zu bringen.

W steht für Watt und bezeichnet die elektrische Arbeit. Wenn man nun 10 Watt einstellt, dann regelt der Akkuträger so, dass immer die gleiche elektrische Arbeit im Draht verrichtet wird. Diese ist abhängig von Spannung (V) und Widerstand (Ω) und Stromstärke (A). Vor einigen Jahren hat man die Akkuträger über die Spannung gesteuert. Man hat V eingestellt und die anderen Werte haben sich in Abhängigkeit von Spannung und Widerstand ergeben. Das ist jedoch ein gesondertes Thema.

Sehr gut erklärt es Philgood in seinem Video.

Kaufberatung:

Ich empfehle mit dem oben genannten Stromrechner die benötigte Stromstärke eures Settings auszurechnen. In meinem Fall sind das 12 W und 1,8 Ohm. Das bedeutet, ich benötige 2,6 A. Da habe ich selbst bei einem Akku mit 10 A Dauerlast noch genug Reserven.

Wenn man weiß wie viel A man benötigt, lohnt sich ein Blick auf die Seite vom mountainprophet. Das ist der Akku-Papst der Dampferszene. Da findet man jede Menge weiterer Infos. Tests und Kaufempfehlungen.

Zu guter Letzt noch zwei Tips:

Am Akku sparen lohnt nicht wirklich. Zum Dampfen werden für Akkus sehr hohe Leistungen benötigt. Wenn sie Markenprodukte kaufen, haben sie die Chance, dass diese Akkus halten, was sie versprechen.

Gehen sie pfleglich mit den Akkus um. Verpacken sie die Akkus beim Transport und achten sie zu ihrer Sicherheit auf Beschädigungen. Akkus für Dampfer sind Industrieakkus mit hoher Energiedichte.

Und zu allerletzt noch eine Bemerkung zu explodierenden Akkus: Akkus können ausgasen. Bei den gebräuchlichen Markenakkus ist das höchst selten. Man kann natürlich die Wahrscheinlichkeit erhöhen, indem man den Akku überlastet oder kurzschließt. Ein Kurzschluss kann bei einer beschädigten Isolation oder beim Transport ohne Schutz passieren. Das berühmte Schlüsselbund, das den Akku kurzschließt soll es wirklich geben.

Dann explodiert ein Akku allerdings noch nicht. Dazu müsste er in einer Tube ausgasen, die keine Entlüftungslöcher für solche Fälle hat.

Philgood hat in seinem Video die Risiken sehr gut zusammengefasst:

Liquidwahl für Anfänger

Von Apfel bis Döner ist alles dabei.

Wenn man mit dem Dampfen anfängt, hat man an sich ja schon genug mit der Auswahl der passenden Technik zu tun. Das passende Liquid tritt da oft in den Hintergrund. Schon allein die Frage nach der richtigen Nikotinstärke kann Glaubenskriege unter Dampferkreisen auslösen. Doch der Reihe nach.

Nikotin:

Der Suchtstoff der Raucher schlechthin. So dachte man zumindest noch vor Jahren. Schlecht funktionierende Nikotinersatztherapien beweisen, das ist Nikotin wohl eher nicht. Die bummelig knapp 5000 weiteren Stoffe im Rauch spielen wohl eine gehörige Rolle in der Suchtentwicklung und verstärken sicher die Wirkung des Nikotins in der Tabakzigarette.

Ich habe vorher etwa eine Schachtel Zigaretten pro Tag geraucht und man hat mir ein 9 mg/ml Liquid empfohlen. Damit kam ich auch ganz gut aus. Grundsätzlich ist am Anfang etwas mehr Nikotin auch nicht schlimm. Wenn man zu häufig zieht, d.h. zu viel Nikotin abbekommt, gibt es Kopfschmerzen. Da Nikotin im Körper eine Halbwertszeit von ca. 30 Min. hat, einfach eine Dampfpause machen, dann ist der Kopfschmerz schnell wieder weg. Man kann dann ja immer noch auf ein schwächeres Liquid umsteigen.

Nikotin hat im Dampf noch eine weitere wichtige Eigenschaft, von der Nikotinstärke hängt auch die Stärke des Flash deutlich ab. Mit Flash bezeichnet der Dampfer den Druck auf den Bronchien, den jeder Raucher vom Inhalieren des Rauches kennt. Dieses Gefühl braucht man als Raucher wohl. Je mehr Nikotin, desto stärker der Flash. Das ist auch der Grund, warum Sub-Ohm Dampfer häufig sehr niedrige Nikotinstärken verdampfen (häufig 3-0mg/ml). Je mehr Dampf sich entwickelt desto mehr Nikotin ist drin, desto stärker drückt es.

Die Meisten werden als Backendampfer mit einem Wiederstand von 1,5-2 Ohm einsteigen. Da passt dann eine Nikotinkonzentration zwischen 6 und 12 mg/ml. Für starke Suchtküppel auch mal 18 mg/ml.

Die Geschmacksrichtung:

Wie eingangs geschrieben, von Apfel bis Döner ist mittlerweile alles möglich. Ob es ratsam ist, sei dahingestellt. Als Raucher sucht man intuitiv nach einem Liquid, dass möglichst der präferierten Zigarettenmarkenahe kommt. Man wird es wahrscheinlich nicht finden. Es gibt diverse „Tabakaromen“, allerdings sollte man bedenken, dass Virginiatabak anders schmeckt, als verbrannter Virginiatabak.

Den einzigen wirklichen Tipp, den ich geben kann, gehen Sie in einen Shop in dem Sie verschiedene Liquids probieren können und probieren Sie. Wenn Sie vor lauter Liquid nichts mehr schmecken, essen Sie Salzstangen und probieren Sie weiter. – Und nehmen Sie das Liquid, das Ihnen am besten schmeckt.

Tabakaromen:

Sie schmecken wie Tabak wohl schmeckt, wenn man ihn nicht verbrennt. Eventuell werden Sie da ja fündig. Ist für den Anfang mal nicht schlecht.

Fruchtaromen:

Sind sehr beliebt. Allerdings erwarten Sie nicht zu viel. Wenn Sie ein Apfelaroma dampfen ist es nicht so, als ob Sie herzaft in einen Apfel beißen. Es schmeckt chemisch und leicht nach Apfel. Viele Fruchtaromen sind zwar sehr lecker, schmecken aber sehr süß und schwer. Manchmal können diese Aromen auch seifig schmecken. Hier wirkt ein Schuß Menthol oder Pfefferminz manchmal Wunder. Da Sie im Laden häufig nur eine kleine Auswahl probieren können, empfehle ich Ihnen, fragen Sie nach, ob Sie die Liquids mischen können. In der Regel geht das. Wenn Ihnen ein Fruchtliquid gut schmeckt, aber zu süß ist, kaufen Sie Mentholliquid dazu und mischen es.

Meine derzeitigen Favoriten sind: Apfel-Pfefferminz und Erdbeere-Pfefferminz-Menthol. Alle anderen Fruchtliquids, die ich probiert habe sind mir pur zu süß. Ich mische da immer Menthol rein – obwohl ich Menthol in Zigaretten gehasst habe.

Getränkearomen:

Soll es geben, sollen sehr beliebt sein. Ich habe Cola probiert. Für mich schmeckte es ziemlich genau wie die Cola eines bekannten Discounters der von zwei Brüdern betrieben wird. Ist derzeit Nichts für mich.

Süßkram:

Von Schlumpfeis über Gummibärchen bis Schokolade ist Alles dabei. Probiert habe ich es nicht, wie gesagt, mir sind die Fruchtsorten zu süß. Hier gibt es auch Liquids die ziemlich nahe an bekannte Pfefferminz-Menthol Bonbons herankommen.

Der Rest:

Mittlerweile gibt es Nichts, was es nicht gibt. Die wildesten Kombinationen, Cookies, Käsekuchen Pudding, Zwiebel, Döner und beliebige Kombinationen daraus. – Probieren Sie, wenn es schmeckt, warum nicht. Ihnen muss es schmecken, dann ist es richtig.

Zu guter Letzt:

Überfordern Sie Ihren Geschmackssinn bitte nicht. Ihr Geschmack wird sich verändern, wenn Sie nicht mehr rauchen. Es kann durchaus sein, dass die Aromen, die Sie am Anfang lecker fanden nach ein paar Wochen nichtmehr schmecken. Es kann auch passieren, dass Sie dann die Aromen gut finden, die am Anfang fürchterlich schmeckten.

Erwarten Sie nicht zu viel. Apfel schmeckt nicht wie Ihr Lieblingsapfel, es schmeckt nur nach Apfel. An eine erntefrische Erdbeere reicht kein Liquid heran. Ok, erntefrische Erdbeeren sollten Sie auch nicht inhalieren.

Sie gewöhnen sich auch an Aromen. Wenn Sie ein leckeres Liquid gefunden haben und es vor lauter Begeisterung ständig dampfen wird es irgendwann nichtmehr schmecken. Ich habe zwei All-Day Liquids. Die dampfe ich immer abwechselnd. Ein Verdampfer mit Apfel-Pfefferminz und wenn der leer ist, wechsle ich den Verdampfer und dampfe Erdbeere Menthol-Pfefferminz. Damit komme ich gut klar.

Mich erinnert das Liquidangebot an „Bertie Botts Bohnen jeder Geschmacksrichtung“. Es ist bestimmt auch ein Liquid für Sie dabei.

Der Tabakverdampfer kommt

Titel: Der Tabakverdampfer kommt

Laufzeit: 7:32 Minuten

Sprache: Deutsch

Genre: Dokumentation ZDF Volle Kanne

ZDF Mediathek – Volle Kanne: Der Tabakverdampfer kommt

Veröffentlicht am: 11.01.2017, abrufbar bis 11.01.2018

 

ZDF Volle Kanne Beitrag: Der Tabakverdampfer kommt. Gar nicht mal so schlechter Betrag des ZDF über Tabakverdampfer und das Dampfen. Der Experte traute sich seine „persönliche Einschätzung“, dass Dampfen nicht so gefährlich sei, wie das Rauchen oder die Tabakverdampfer öffentlich zu machen.

Politiker bewegen – Leben retten!

Oder: Jeder nur ein Abgeordneter. Teilnahme an der Aktion „Politiker Bewegen – Leben retten!“ der IG-ED.

Bei der Recherche für diesen Blog stieß ich auf eine Aktion der IG-ED, Interessengemeinschaft E-Dampfen e.V. Politiker bewegen – Leben retten! Die Idee finde ich sehr gut. Immerhin hat man ja was anzubieten, seine Stimme bei der nächsten Wahl.

Zur Durchführung der Aktion benötigt man dringend einen „eigenen“ Bundestagsabgeordneten. Ich begab mich umgehend auf die Suche. Im Schreibtisch, im Haushaltsschrank in der Küche, unter dem Sofa, ja sogar im Keller hinter der Bunkerbase habe ich nachgeschaut – nix, kein Bundestagsabgeordneter. Ich hatte keinen Abgeordneten da! Das konnte ja nicht angehen. Ich hatte doch einen bekommen bei der letzten Bundestagswahl.

Als letzten Ausweg betrat ich Neuland und nutzte eine dieser Suchmaschinen. Und siehe da, ich wurde fündig! Im Internet. Was soll ich sagen, ich habe sogar zwei Abgeordnete.

Der Eine:

Uwe Schimmer – Direktmandat des Kreises Viersen, schwarz lackiert, der Laufleistung entsprechende Gebrauchsspuren. Das Modell präsentierte sich von seiner besten Seite. Ich schrieb ihm auf seiner Kontaktseite folgenden Brief:

„Sehr geehrter Herr Schummer,
sehr geehrte Damen und Herren,

bei der Suche nach „meinem“ Bundestagsabgeordneten traf ich auf Ihren Internetauftritt. Ich bin seit fast drei Jahren Einwohner Ihres Wahlkreises und mittlerweile am Niederrhein zu Hause. Beruflich bin ich im Gesundheitswesen tätig, privat engagiere ich mich als ehrenamtlicher Betreuer mehrerer Klienten. Außerdem bin ich seit 6 Wochen Nichtraucher und Nutzer der so genannten E-Zigarette. Ich bin daher stark an gesundheitspolitischen Fragestellungen interessiert.

Um mit der Tür ins Haus zu fallen, sowohl als professioneller Akteur im Gesundheitswesen als auch als persönlich betroffener Privatmann bin ich mehr als irritiert über die aktuellen Entscheidungen und Entwicklungen im Gesundheitswesen. Nicht nur, dass ich einige Entscheidungen aus fachlicher Sicht für schlichtweg falsch und gefährlich halte. Ich verstehe auch die Beweggründe, warum diese Entscheidungen gefallen sind nicht mehr.

Politik lebt von der Beteiligung der Bürger, daher bitte ich um ein persönliches Gespräch mit Ihnen in Ihrem Wahlkreisbüro. Explizit interessieren mich Ihre Standpunkte zu folgenden Themen:

Generalisierung der Pflegeausbildung – Auswirkungen auf die Altenhilfe.

Umsetzung der Tabakprodukterichtline – Auswirkungen auf die Nutzer.

Gesundheitliche Folgen des Tabakkonsums und der E-Zigarette.

Ich freue mich sehr über eine Kontaktaufnahme und die Vereinbarung eines persönlichen Termins gerne per Mail oder unter ***** / ********.

Mit freundlichen Grüßen“

Der Andere:

Udo Schiefner – Bundestagsabgeordneter des Kreises Viersen, rot lakiert, ebenfalls der Laufleistung entsprechende Gebrauchsspuren. Auch dieses Modell präsentierte sich ausgesprochen professionell. Es wartet mit einer Sonderausstattung auf. Er würde auf Einladung zu einem Kaffee vorbei kommen und den Kuchen mitbringen. Auch ihm schrieb ich über die Kontaktseite einen entsprechenden Brief:

„Sehr geehrter Herr Schiefner,
sehr geehrte Damen und Herren,

bei der Suche nach „meinem“ Bundestagsabgeordneten traf ich auf Ihren Internetauftritt. Ich bin seit fast drei Jahren Einwohner Ihres Wahlkreises und mittlerweile am Niederrhein zu Hause. Beruflich bin ich im Gesundheitswesen tätig, privat engagiere ich mich als ehrenamtlicher Betreuer mehrerer Klienten. Außerdem bin ich seit 6 Wochen Nichtraucher und Nutzer der so genannten E-Zigarette. Ich bin daher stark an gesundheitspolitischen Fragestellungen interessiert.

Um mit der Tür ins Haus zu fallen, sowohl als professioneller Akteur im Gesundheitswesen als auch als persönlich betroffener Privatmann bin ich mehr als irritiert über die aktuellen Entscheidungen und Entwicklungen im Gesundheitswesen. Nicht nur, dass ich einige Entscheidungen aus fachlicher Sicht für schlichtweg falsch und gefährlich halte. Ich verstehe auch die Beweggründe, warum diese Entscheidungen gefallen sind nicht mehr.

Ihre Idee auf einen Kaffee vorbei zu kommen und den Kuchen mitzubringen, finde ich hervorragend, trinke ich doch sehr gerne guten Kaffee. Allerdings vertrage ich Weizenmehl sehr schlecht. Bevor Sie sich nun über überteuerte, schlecht schmeckende Brötchen ärgern oder ich Bauchschmerzen bekomme, dachte ich, komme ich in Ihrem Wahlkreisbüro vorbei. Den Kaffee würde ich sicherheitshalber mitbringen. Schließlich lebt Politik von der Beteiligung der Bürger, daher bitte ich um ein persönliches Gespräch mit Ihnen in Ihrem Wahlkreisbüro. Explizit interessieren mich Ihre Standpunkte zu folgenden Themen:

Generalisierung der Pflegeausbildung – Auswirkungen auf die Altenhilfe.

Umsetzung der Tabakprodukterichtline – Auswirkungen auf die Nutzer.

Gesundheitliche Folgen des Tabakkonsums und der E-Zigarette.

Ich freue mich sehr über eine Kontaktaufnahme und die Vereinbarung eines persönlichen Termins gerne per Mail oder unter ***** / ********.

Mit freundlichen Grüßen“

Nun heißt es warten. Ich bin gespannt, ob ich einen Termin mit den beiden Herren bekomme. Ich werde auf alle Fälle berichten. Immerhin, der ein oder andere hatte sich ja schon mal auf eine Kontaktaufnahme von uns Dampfern gemeldet.

Hier geht es zum Update vom 13.01.2017

Selbst mischen nach dem TPD2

Dank TPD2 ist das Selbstmischen von Liquids tot. Das ist zumindest überall im Internet zu lesen. Ich glaube nicht! Es wird sich verändern, es wird teurer, aber es wird nicht sterben.

Das TPD2 bringt eine Mengenbegrenzung der Abgabe nikotinhaltiger Liquids, es bringt die Begrenzung auf 20 mg/ml Nikotin und es wird die Aromenvielfalt begrenzen. Dies Alles wird den Zugang für Neudampfer erschweren. Es wird das Selbstmischen jedoch nicht umbringen.

Warum?

Ich denke jeder Selbstmischer hat sich bereits einen erklecklichen Vorrat an Nikotinbasen in den Keller gelegt. Irgendwann werden diese jedoch aufgebraucht sein. In meinem Fall, wenn sich mein Nikotinbedarf nicht drastisch reduziert wird das in ca. 10 Jahren der Fall sein. Falls ich nicht im Mai nochmal bestelle 🙂

Nur, irgendwann ist die letzte Base verbraten, das letzte Nikotin verdampft, oder der Vorrat doch schlecht geworden sein und es muss Nachschub her.

Gleichzeitig wird es für die Liquidproduzenten schwerer und teurer neue Liquids auf den Markt zu bringen, weil jede Mixtur aufwändig zugelassen werden muss. Warum nicht aus der Not eine Tugend machen und das Liquid als 20mg Basisliquid ohne Geschmack in 10 ml Flaschen anbieten? Der Kunde kann das auf die gewünschte Stärke verdünnen und sein Lieblingsaroma, welches ausschließlich für den Verzehr geeignet ist und natürlich niemals gedampft werden darf, beimischen. Fertig.

Dieser Effekt wird sich mit der irgendwann zu erwartenden Besteuerung der Liquids noch verstärken. Aus 10ml Liquid mit 20ml/ml Nikotin bekomme ich dann immerhin 22ml mit 9mg/ml Nikotin raus, die Stärke, die ich zufällig gerade dampfe. Da man weder PG noch VG noch H2O so einfach besteuern kann, hat man mit dem Verdünnen die Steuerlast halbiert. Eine eventuelle Besteuerung der Liquids wird das Selbstmischen wieder preislich wieder interessant machen.

Die Nikotinsteuer wird kommen. Als erstes Land hat Finnland zum 01.01.2017 eine Steuer erhoben. Immerhin 30 Ct pro ml Liquid. – 3 EUR pro 10ml Flasche. Und pro Flasche 1,50 EUR sparen, macht Selbstmischen wieder spannend.

Wovon ich allerdings auch überzeugt bin, dampfen war noch nie so günstig wie heute. Während ich heute als Privatverbraucher meine Liquids für um die 50 Ct Materialkosten pro 10 ml Liquid mische, wird es zukünftig selbst ohne Steuerbelastung deutlich teurer sein.

Allein aus dieser Erwägung heraus habe ich mir einen reichlichen Vorrat angelegt.

Dampfen auch bald bei uns teurer?

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© Europäische Union, 1995-2017

Steuern auf E-Liquids

Erste Länder der Europäischen Union führen Steuer auf E-Liquids ein. Dampfen bald genau so teuer wie Rauchen?

Das Gute vorweg. In Deutschland hört man derzeit noch nichts von offiziellen Plänen, Steuern auf E-Liquids einzuführen. Derzeit ist man im Stadium, dass eine solche Steuer gefordert wird.

Das Schlechte gleich hinterher. Es wäre höchst verwunderlich, wenn eine solche Steuer nicht kommen würde. Nach einem Artikel in der deutschen Apothekerzeitung vom 27.03.2016 erwartet die E-Zigaretten Branche eine Einführung noch dieses Jahr (2017).

Die EU plant in diesem Zusammenhang wohl eine Harmonisierung der Besteuerung von Tabakprodukten. Hierzu startete die EU am 18.11.16 eine Konsultation der EU Bürger zur Besteuerung von Tabakprodukten und E-Zigaretten. Daran kann jeder EU Bürger mittels eines Fragebogens teilnehmen. Den Fragebogen finden Sie hier. (Leider nur in englischer Sprache)

Einige EU Staaten sind da wohl schon ein ganzes Stück weiter:

Finnland führte zum 01.01.2017 eine Steuer in Höhe von 0,30 EUR pro ml Liquid ob mit oder ohne Nikotin ein. Das sind 3,00 EUR pro 10 ml.

Rumänien und Slovenien haben bereits im Jahr 2016 Steueran auf E-Liquids erhoben:

Rumänien verlangt 1,10 EUR pro 10ml Liquid ob mit oder ohne Nikotin.

Slovenien erhebt 1,80 EUR pro 10ml Liquid nur auf nikotinhaltige Liquids.

Ungarn, Lettland, Griechenland und Portugal planen bereits seit 2016 eine solche Steuer.

Quelle: vapingpost.com Die in Finnland eingeführte Steuer in Höhe von 3,00 EUR pro 10ml Liquid würde für mich persönlich bedeuten, dass alleine die Verbrauchsmaterialien (Liquids, Coils) in etwa so teuer sind wie meine bisherigen Kosten für Tabak. Der finanzielle Anreiz zum Umstieg auf E-Zigaretten würde damit vollständig entfallen.

Lobbyismus und Zynismus

Wie Lobbyisten mit unserer Gesundheit spielen

Unsere Abgeordneten und Ministerien lassen sich von der Pharma- und Tabaklobby beraten und verkaufen das Ergebnis auch noch als Verbraucher- und Gesundheitsschutz. Ich kotze im Strahl.

Europaparlament Nr 7
von Björn Laczay CC BY 2.0

Wohin ich auch schaue, das Internet ist voll von Berichten über die Gefährlichkeit der E-Zigarette. In 4 Monaten tritt die Letzte Stufe der Umsetzung der EU Tabakrichtlinie in Deutschland in Kraft. Danach dürfen nikotinhaltige Flüssigkeiten nur noch in Gebinden zu 10ml mit max. 20 mg/ml Nikotin verkauft werden. Das Ganze muss in Umverpackungen und mit Beipackzettel und Warnhinweisen versehen sein.

Ich gebe zu. Ein wenig Regulierung schadet dem E-Zigarettenmarkt bestimmt nicht. Allgemeinverbindliche Standards für die Produktion von Liquids sind wünschenswert und Verbraucherschutz.

Allerdings hat es den Anschein, dass nun mit Gewalt ein Markt, der geprägt ist durch viele kleine Unternehmen und nebenbei viel Kreativität, kaputt gemacht werden soll zugunsten der Großunternehmen.

Vor 2 Jahren gab es einen Vorschlag man sollte die E-Zigarette doch den Nikotinersatzpräparaten gleichstellen. Das hätte bedeutet, dass es Liquids nur in Apotheken gegeben hätte, mit entsprechenden Auflagen in der Produktion und Herstellung. Wer steckte dahinter? Die Pharmalobby, allen voran Glaxo Smith Kline.

Seit der Einführung der E-Zigarette brachen die Umsätze für Nikotinsprays, -kaugummis, -pflaster und ähnliche Unsinnigkeiten um ein Drittel ein. Nebenbei ein Millionenmarkt. Da nicht sein kann, was nicht sein darf Kamen die Pharmaunternehmen auf die Idee sich das Geschäft unter den Nagel zu reißen. Tja, schade. Hat nicht geklappt.

Nun, Big Tobacco hat die Entwicklung auch verschlafen. Also holten nun die Lobbyisten in Brüssel und Straßburg längst Versäumtes nach. Man bearbeitete die Abgeordneten so lange, bis die EU-Tabakrichtlinie unter Dach und Fach war. Und schon war man wieder im Boot.

Mit den nun kommenden Auflagen steht zu befürchten, dass sich das Dampfen deutlich verteuert. Es wird aufwändiger, sowohl neue Liquids als auch neue Geräte auf den Markt zu bringen. Gleichzeitig wird die Liquidauswahl viel kleiner, da jede neue Rezeptur gemeldet werden muss. Neugeräte müssen ein halbes Jahr vor Verkauf zugelassen werden. Ein echter Wettbewerbsnachteil in einem so schnelllebigen Markt. Und warum? Weil die Tabaklobby Zeit braucht.

Außerdem möchten die Tabakunternehmen die E-Zigarette gerade nicht als Ersatz, sondern als Zusatzprodukt für die Momente im Leben, in denen Rauchen nicht geht. Deshalb sehen die Produkte so ähnlich wie Zigaretten aus, haben winzige Akkus, die nach 15 Zügen abschalten und kleine Liquidreservoirs. Dies Alles dient dazu, das Dampfen dem Dampfer nicht all zu bequem zu machen.

Glauben Sie nicht? Am Ende des Artikels finden Sie einen Link zu einem kurzen Beitrag von Arte, fachlich nicht ganz richtig, aber sehr sehenswert.

Was mich maßlos aufregt, ist, dass das Ganze von unseren Politikern als Verbraucher- und Gesundheitsschutz deklariert wird und einzig und allein den Interessen der Konzerne dient.

Ich zahle einen nicht unerheblichen Teil meines Gehaltes an Steuern. Davon werden unter Anderem auch die Diäten der Politiker finanziert. Kann ich da nicht erwarten, dass ich eine Leistung für mein Geld bekomme? Kann ich da nicht erwarten, dass sich die Abgeordneten mal bitteschön selbst die Mühe machen und sich unabhängig informieren?

In der Schule wird die Einführung eines Faches „Medienkompetenz“ gefordert. Gut so! Das Gleiche erwarte ich von unseren Volksvertretern. Es sollte doch für den durchschnittlich begabten Abgeordneten möglich sein, dass er sich Gedanken über die Absichten der Lobbyisten macht, die ihn beraten.

Sollte es weiterhin zu viel verlangt sein, dass die Ministerien, wenn sie sich beraten lassen, nur wenigstens einmal auf die Aktivitäten der Wissenschaftler schauen? Ist es wirklich so schwer zu erraten, dass ein Institut wie das DKFZ (Deutsches Krebsforschungszentrum), welches sehr eng mit der Pharmaindustrie zusammenarbeitet eventuell in manchen Fragestellungen nicht ganz unabhängig ist?

VERLANGE ICH WIRKLICH ZU VIEL? Wenn ja, möchte ich bitte meine Steuern zurück!

Link zu dem oben erwähnten Beitrag von Arte.