Von Apfel bis Döner ist alles dabei.

Wenn man mit dem Dampfen anfängt, hat man an sich ja schon genug mit der Auswahl der passenden Technik zu tun. Das passende Liquid tritt da oft in den Hintergrund. Schon allein die Frage nach der richtigen Nikotinstärke kann Glaubenskriege unter Dampferkreisen auslösen. Doch der Reihe nach.

Nikotin:

Der Suchtstoff der Raucher schlechthin. So dachte man zumindest noch vor Jahren. Schlecht funktionierende Nikotinersatztherapien beweisen, das ist Nikotin wohl eher nicht. Die bummelig knapp 5000 weiteren Stoffe im Rauch spielen wohl eine gehörige Rolle in der Suchtentwicklung und verstärken sicher die Wirkung des Nikotins in der Tabakzigarette.

Ich habe vorher etwa eine Schachtel Zigaretten pro Tag geraucht und man hat mir ein 9 mg/ml Liquid empfohlen. Damit kam ich auch ganz gut aus. Grundsätzlich ist am Anfang etwas mehr Nikotin auch nicht schlimm. Wenn man zu häufig zieht, d.h. zu viel Nikotin abbekommt, gibt es Kopfschmerzen. Da Nikotin im Körper eine Halbwertszeit von ca. 30 Min. hat, einfach eine Dampfpause machen, dann ist der Kopfschmerz schnell wieder weg. Man kann dann ja immer noch auf ein schwächeres Liquid umsteigen.

Nikotin hat im Dampf noch eine weitere wichtige Eigenschaft, von der Nikotinstärke hängt auch die Stärke des Flash deutlich ab. Mit Flash bezeichnet der Dampfer den Druck auf den Bronchien, den jeder Raucher vom Inhalieren des Rauches kennt. Dieses Gefühl braucht man als Raucher wohl. Je mehr Nikotin, desto stärker der Flash. Das ist auch der Grund, warum Sub-Ohm Dampfer häufig sehr niedrige Nikotinstärken verdampfen (häufig 3-0mg/ml). Je mehr Dampf sich entwickelt desto mehr Nikotin ist drin, desto stärker drückt es.

Die Meisten werden als Backendampfer mit einem Wiederstand von 1,5-2 Ohm einsteigen. Da passt dann eine Nikotinkonzentration zwischen 6 und 12 mg/ml. Für starke Suchtküppel auch mal 18 mg/ml.

Die Geschmacksrichtung:

Wie eingangs geschrieben, von Apfel bis Döner ist mittlerweile alles möglich. Ob es ratsam ist, sei dahingestellt. Als Raucher sucht man intuitiv nach einem Liquid, dass möglichst der präferierten Zigarettenmarkenahe kommt. Man wird es wahrscheinlich nicht finden. Es gibt diverse „Tabakaromen“, allerdings sollte man bedenken, dass Virginiatabak anders schmeckt, als verbrannter Virginiatabak.

Den einzigen wirklichen Tipp, den ich geben kann, gehen Sie in einen Shop in dem Sie verschiedene Liquids probieren können und probieren Sie. Wenn Sie vor lauter Liquid nichts mehr schmecken, essen Sie Salzstangen und probieren Sie weiter. – Und nehmen Sie das Liquid, das Ihnen am besten schmeckt.

Tabakaromen:

Sie schmecken wie Tabak wohl schmeckt, wenn man ihn nicht verbrennt. Eventuell werden Sie da ja fündig. Ist für den Anfang mal nicht schlecht.

Fruchtaromen:

Sind sehr beliebt. Allerdings erwarten Sie nicht zu viel. Wenn Sie ein Apfelaroma dampfen ist es nicht so, als ob Sie herzaft in einen Apfel beißen. Es schmeckt chemisch und leicht nach Apfel. Viele Fruchtaromen sind zwar sehr lecker, schmecken aber sehr süß und schwer. Manchmal können diese Aromen auch seifig schmecken. Hier wirkt ein Schuß Menthol oder Pfefferminz manchmal Wunder. Da Sie im Laden häufig nur eine kleine Auswahl probieren können, empfehle ich Ihnen, fragen Sie nach, ob Sie die Liquids mischen können. In der Regel geht das. Wenn Ihnen ein Fruchtliquid gut schmeckt, aber zu süß ist, kaufen Sie Mentholliquid dazu und mischen es.

Meine derzeitigen Favoriten sind: Apfel-Pfefferminz und Erdbeere-Pfefferminz-Menthol. Alle anderen Fruchtliquids, die ich probiert habe sind mir pur zu süß. Ich mische da immer Menthol rein – obwohl ich Menthol in Zigaretten gehasst habe.

Getränkearomen:

Soll es geben, sollen sehr beliebt sein. Ich habe Cola probiert. Für mich schmeckte es ziemlich genau wie die Cola eines bekannten Discounters der von zwei Brüdern betrieben wird. Ist derzeit Nichts für mich.

Süßkram:

Von Schlumpfeis über Gummibärchen bis Schokolade ist Alles dabei. Probiert habe ich es nicht, wie gesagt, mir sind die Fruchtsorten zu süß. Hier gibt es auch Liquids die ziemlich nahe an bekannte Pfefferminz-Menthol Bonbons herankommen.

Der Rest:

Mittlerweile gibt es Nichts, was es nicht gibt. Die wildesten Kombinationen, Cookies, Käsekuchen Pudding, Zwiebel, Döner und beliebige Kombinationen daraus. – Probieren Sie, wenn es schmeckt, warum nicht. Ihnen muss es schmecken, dann ist es richtig.

Zu guter Letzt:

Überfordern Sie Ihren Geschmackssinn bitte nicht. Ihr Geschmack wird sich verändern, wenn Sie nicht mehr rauchen. Es kann durchaus sein, dass die Aromen, die Sie am Anfang lecker fanden nach ein paar Wochen nichtmehr schmecken. Es kann auch passieren, dass Sie dann die Aromen gut finden, die am Anfang fürchterlich schmeckten.

Erwarten Sie nicht zu viel. Apfel schmeckt nicht wie Ihr Lieblingsapfel, es schmeckt nur nach Apfel. An eine erntefrische Erdbeere reicht kein Liquid heran. Ok, erntefrische Erdbeeren sollten Sie auch nicht inhalieren.

Sie gewöhnen sich auch an Aromen. Wenn Sie ein leckeres Liquid gefunden haben und es vor lauter Begeisterung ständig dampfen wird es irgendwann nichtmehr schmecken. Ich habe zwei All-Day Liquids. Die dampfe ich immer abwechselnd. Ein Verdampfer mit Apfel-Pfefferminz und wenn der leer ist, wechsle ich den Verdampfer und dampfe Erdbeere Menthol-Pfefferminz. Damit komme ich gut klar.

Mich erinnert das Liquidangebot an „Bertie Botts Bohnen jeder Geschmacksrichtung“. Es ist bestimmt auch ein Liquid für Sie dabei.

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Ein Kommentar zu „Liquidwahl für Anfänger

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